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KEMMERMANN

PROJEKTMANAGEMENT

Museumsinsel Berlin - Neubau Neues Eingangsgebäude / James-Simon-Galerie

Leistungsbild Bau:
Projektsteuerung alle Handlungsbereiche Stufen 3 bis 5
Leistungsbild Ersteinrichtung:
Projektsteuerung alle Handlungsbereiche Stufen 1 bis 5
Leistungszeitraum Bau:
2008 bis 2019
Leistungszeitraum Ersteinrichtung:
2010 bis 2019
Bauausführung:
2009 bis 2018
BGF:
rd. 10.900 m²
Kostenvolumen Bau:
rd. 133.800.000 €
Kostenvolumen Ersteinrichtung:
rd. 6.700.000 €
Gebäudeplanung:
David Chipperfield Architects

Ein neues Eingangsgebäude auf der seit 1939 freien Fläche des ehemaligen Packhofgeländes soll die historischen Gebäude der Museumsinsel funktional entlasten. Es wird die zentralen Infrastruktureinrichtungen, die Räume für Gastronomie, Orientierung, Information, Shops und Wechselausstellungen aufnehmen sowie für die Verteilung der Besucherströme sorgen.

Für die Berliner Museumsinsel wurde ab 1998 ein Masterplan entwickelt und 1999 verabschiedet, der neben der Ablaufplanung zur Instandsetzung der fünf historischen Museen auf der Insel inhaltliche und räumliche Zusammenhänge herstellt und anhand eines übergeordneten Infrastrukturkonzepts zukunftsweisende Entwicklungsmöglichkeiten für die Museumsinsel aufzeigt. Es ist Hauptziel des Masterplans, die vorhandenen Bauwerke zu einem Gebäudeensemble zusammenzufügen und so einen Museumskomplex entstehen zu lassen, der den zeitgemäßen Anforderungen an die museale Präsentation und der Infrastruktur für die erwarteten hohen Besucherzahlen Rechnung trägt. Mit der Umsetzung der neuen Konzeption einer themen- und flächenübergreifenden Präsentation der Archäologischen Sammlungen in der sogenannten "Archäologischen Promenade" geht die bauliche Verbindung der Einzelgebäude und die Schaffung eines zentralen Eingangs für die Museumsinsel einher.

Auf der Freifläche am Kupfergraben, dem Gelände des einstigen Packhofes, seitlich des Pergamonmuseums und vis à vis dem Neuen Museum soll das neue Bauwerk des Eingangsgebäudes die stadträumliche Ausformung und die Komplettierung der Museumsinsel bewirken.

Ein übergeordnetes Erschließungskonzept sieht bei gleichzeitiger Beibehaltung der bestehenden separaten Eingänge die Verbindung der Solitäre Bodemuseum, Pergamonmuseum, Neues Museum und Altes Museum, mit Ausnahme der Alten Nationalgalerie, zu einem Gesamtkomplex vor. "Die Wiedergewinnung des malerischen Gesamtbildes der Museumsinsel durch die Wiederherstellung der einzelnen historischen Gebäude" und die "Einführung eines didaktischen Konzepts welches eine themenübergreifende Ausstellung aller archäologischen Sammlungen ermöglicht" (`Ein europäisches Projekt´, Berliner Museumspläne, Peter-Klaus Schuster) bilden die inhaltlichen Schwerpunkte des Masterplans. Dabei schreibt er den neuen unterirdischen Ergänzungs- und Verbindungsbauten und dem Neuen Eingangsgebäude die Entlastung aller historischen und denkmalgeschützten Gebäude von moderner Museumsinfrastruktur vor.

Die Entwicklung neuer und die Festschreibung bestehender Museumsrundgänge, in welchen "die Archäologische Promenade als gelehrter Unterbau der Museumsinsel zur Hauptschlagader der Berliner Museumsinsel wird", bildet den museumspädagogischen Anspruch des Masterplans. Seine räumliche Umsetzung bedingt ein übergeordnetes Infrastrukturkonzept welches den Ansprüchen des modernen Museumsbesuchers gerecht wird.

Als zentraler Zugang zur Archäologischen Promenade sowie zum neuen Hauptrundgang des Pergamonmuseums, insbesondere für geführte Besuchergruppen, erhält das Neue Eingangsgebäude eine Schlüsselfunktion. Die übergeordneten Servicefunktionen aufzunehmen und damit die bereits bestehenden denkmalgeschützten Häuser in soweit zu entlasten, dass ihre Nutzung trotz der zu erwartenden Besuchermassen ermöglicht wird, ist die Hauptaufgabe des Neubaus. Ein eigenständiger Sonderausstellungsbereich und ein Auditorium, welche auch außerhalb der musealen Öffnungszeiten bespielt werden können, ergänzen die Servicefunktionen und definieren das Neue Eingangsgebäude als zentrales Veranstaltungs- und Besucherzentrum der Museumsinsel.

Der Neubau soll den Namen von James Simon tragen, dem großen Förderer der Berliner Museen, der ihnen durch seine Schenkungen Weltruhm verlieh.

(Quelle: David Chipperfield Architects, `Einführung zur HU-Bau-´, Berlin 2008)